Informationen für Schnellleser

kurz und bündig

Lese-/Rechtschreibschwäche ( = L/RS) ist gleich Legasthenie ?

Nein !

 Legasthenie ist eine Variante ( Laune der Natur) in der Sprachverarbeitung

 sie führt zu einer „Andersfunktion“ auf verschiedenen Ebenen im Gehirn:  

  1.  in der optischen / akustischen Wahrnehmung  

  2.  die  Vernetzungen in sprachverarbeitenden Bereichen sind schwächer / schlechter ausgeprägt  

Eine Legasthenie ist daher nicht heilbar

sie lässt sich aber mittels Therapie im Sinne der „Normalverarbeitung“ steuern

dies zu lernen leistet eine allumfassende - auf das einzelne Kind bezogene – Einzeltherapie

 

Eine Lese-/Rechtschreibschwäche (L/RS) „kennt“ weder diese Ursachen noch so tiefgreifende Defizite wie bei einer Legasthenie in der Sprachverarbeitung.

Die L/RS ist eine Begabungsschwankung im Verhältnis zum Gesamt-IQ. Meist lässt sie sich fast völlig oder zumindest in weiten Teilen beseitigen.

Zur Unterscheidung von Legasthenie und L/RS sind daher differenzierte (mehrstündige) Tests notwendig. Erst nach solchen Tests kann die Fördermaßnahme geplant werden.

 

Welche Tests sollten erfolgen:

IQ – Test (sowohl bei einer L/RS als auch bei einer Legasthenie setzt man eine mindestens normale Intelligenz voraus).

 Genormte differenzierte Schreibtests (keine Schnelltests)

 Lesetest (Wort/Sätze, sinnerfassendes Lesen eines Textes)

Tests zur Lautdifferenzierung

Überprüfung der sprachmotorischen Fähigkeiten und Möglichkeiten

 Tests zur Buchstaben-/Lautzuordnung im Wort etc.

 Tests zur optischen / akustischen Wahrnehmungsverarbeitung

 Überprüfung der intellektuellen Verarbeitungsmuster bzw. Verhaltensweise bei der Informationsentnahme

 Untersuchung / Einschätzung der Persönlichkeitsstruktur / Lernstrategien

 Beratung über Fördermöglichkeiten

 und Erfolgsaussichten  

 

 

Wir über uns

Im Laufe der Jahre haben wir mit einer Vielzahl von legasthenen Menschen (Kindern und Erwachsenen) gearbeitet und eine kleine, eigene Forschungsabteilung/-gruppe eingerichtet. Sie entwickelt auf wissenschaftlicher Basis die verschiedenen Therapiekonzeptionen und Gestaltungsvarianten – basierend auf einem konzeptionellen Gesamtsystem - und passt sie kontinuierlich den neuen Gegebenheiten an.

Verschiedene Wahrnehmungsbereiche werden gezielt angesprochen und gefördert

Sprache als Regelsystem für das Kind überschaubar gemacht.

Das Kind lernt Fehler zu SEHEN, ohne jemals dieses Wort vorher geschrieben zu haben.

Ein eigens in unserem Institut entwickeltes lautgetreues Programm hilft dem Kind dabei

 

Nochmals: Das Kind lernt – weitgehend frei vom 'Duden' - mit einem kleinen Regelsystem Sprache 
als Gesamtsystem zu erkennen und dies umzusetzen.

Um dies zu gewährleisten, sind vielschichtige Therapiematerialien und Methoden von uns entwickelt worden. 
So werden:

einzelne Rechtschreibbereiche erschlossen

später miteinander vernetzt

mittels des Materials mindestens drei unterschiedliche Hirnregionen angesprochen

eine Bild – Wort – Verknüpfung erleichtert den Aufbau eines Wortbildgedächtnisses

ein kleines, logisches, sich gegenseitig abstützendes Regelsystem stabilisiert den Sprachaufbau

Dehnung (z. B. h / ie) und Schärfung (z. B. tz / ck, Konsonantenverdopplung) können so
zusammengefasst und sogar verknüpft werden

Lernstrategien trainiert

Strukturierungs- / Konzentrationsübungen wirken vertiefend

im Leseaufbau – isoliert oder integriert – geschieht „GLEICHES“

Grundlage ist eine lautgetreue Basis (Konsonant / Vokal / Konsonant / Vokal)

über Ein-/Zwei-/Dreisilber wird ein Lesestabilität hergestellt

Bild-/Wortzuordnungen erleichtern das Lesen (Raten ist nicht möglich!)

geben dem Lesen gerade für das Kind einen unmittelbaren Sinn - „Raten“ 
als Lesetechnik wird automatisch abtrainiert

sinnerfassendes Lesen von Ganztexten wird vorbereitet

eigens entwickelte bebilderte Geschichten erzeugen Lesespaß